Menschen mit Behinderung und ältere Menschen mit Betreuungsbedarf verdienen einen Ort zum Leben, keine Verwaltungseinheit. Diese Haltung bestimmt, wie wir bauen, wie wir Alltag gestalten und wie wir Betreuung verstehen.
Gebaut für die Menschen, die dort leben
Der Unterschied liegt nicht nur im Grundriss, sondern im Anspruch an die Ausstattung. Nicht jedes Grundstück und jeder Bebauungsplan lässt jede dieser Komponenten zu, das wissen wir. Unser Ziel bleibt trotzdem, so viele davon wie möglich umzusetzen:
- Schallschutz und Rückzug: schallgedämmte Bauteile, Verdunkelungsmöglichkeiten und eine ruhige Lage
- Schlafqualität: technische und pflegerische Lösungen für einen ruhigen, sicheren Schlaf
- Sicherheit bei Hinlauftendenz: umschlossene, überschaubare Außenbereiche als sicherer Bewegungsraum
- Bewegungsfreiheit: großzügig bemessene Innenflächen statt enger Flure, auch für Bewohner mit motorischen Einschränkungen
- Beschäftigung: sensorisch abgestimmte Angebote im Innen- und Außenbereich
- Kommunikation: Möglichkeiten zur Unterstützten Kommunikation (UK) für Bewohner ohne oder mit stark eingeschränkter Lautsprache
- Ernährung: an die Bedürfnisse der Bewohner angepasste Ernährung, möglichst zubereitet gemeinsam mit den Bewohnern
So sieht Wohnen bei uns aus
Bei uns wird gewohnt, nicht verwaltet. Wohnbereiche sind in kleinere Einheiten mit eigenem Gemeinschaftsraum und eigener Küche gegliedert, dort wird gemeinsam mit den Bewohnern gekocht. Wo möglich, entstehen eigenständige kleine Wohnungen mit eigenem Schlaf- und Badbereich, wo das nicht möglich ist, hat jedes Bewohnerzimmer zumindest ein eigenes barrierefreies Bad.
Unterstützung gibt es so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Wer etwas selbst kann, macht es selbst. Wer Begleitung braucht, bekommt sie.
Gegründet aus eigener Erfahrung
Liebevoll Leben wurde von Eltern gegründet, die selbst Kinder mit körperlicher und geistiger Behinderung haben und wissen, welche Angebote am Markt fehlen.
Unser Beitrag hin zu echter Inklusion
Menschen mit Behinderung und ältere Menschen leben in Deutschland meist getrennt voneinander, in getrennten Einrichtungen, bei getrennten Trägern. Unser Ansatz: beide Wohnformen auf einem gemeinsamen Grundstück, mit einem gemeinsamen Treffpunkt als Mitte der Anlage.
Wir behaupten nicht, dass damit Inklusion erreicht wäre. Nachbarschaft entsteht nicht durch einen Bauplan. Was wir schaffen können, ist die Voraussetzung dafür: einen Ort, an dem Begegnung im Alltag möglich ist, statt organisiert werden zu müssen. Was daraus wird, entscheidet sich im Zusammenleben. Und daran arbeiten wir weiter.
Betreuung
Die Wahl des richtigen Trägers ist für uns die Grundlage für eine gute Betreuung. Der Träger muss für Menschlichkeit, Qualität und Verlässlichkeit stehen und die Bedürfnisse der betreuten Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Dafür braucht es einen bedarfsgerechten Betreuungsschlüssel sowie qualifiziertes und einfühlsames Personal. So entsteht eine Betreuung, die fachlich kompetent ist und gleichzeitig von Respekt, Wertschätzung und Menschlichkeit geprägt wird.
Unsere Betreuungskonzeption orientiert sich an fachlichen Empfehlungen aus dem Bereich geistige Behinderung und Autismus-Spektrum:
- möglichst Betreuungsschlüssel von 1:2, auch unter Einbezug qualifizierter Nicht-Fachkräfte
- Regelmäßige Schulungen für das Betreuungspersonal
- möglichst 1:1-Betreuung bei Freizeit- und Sportangeboten
- Spezialisierte, auf die Zielgruppe zugeschnittene Freizeitangebote
Besuchsmöglichkeiten für Eltern und Gäste der Bewohner sind fester Bestandteil des Konzepts.
Die Tagesbetreuung erfolgt jeweils in Trägerschaft eines regionalen, spezialisierten Trägers vor Ort. Bei der Auswahl machen wir es uns nicht leicht: Wir nehmen uns die Zeit, die es braucht, um den passenden Partner für eine langfristige und erfolgreiche Betreuung zu finden, auch wenn das den Prozess verlängert.
Wofür werden die Mieteinnahmen verwendet?
Liebevoll Leben ist eine gemeinnützige Organisation. Deshalb werden die Einnahmen nicht als Gewinn ausgeschüttet, sondern kommen dem gemeinnützigen Zweck zugute.
Die Mieteinnahmen werden zunächst für alles eingesetzt, was ein Gebäude langfristig braucht:
- Finanzierung und laufender Betrieb
- Instandhaltung und Reparaturen
- Pflege und Erhalt der Außenanlagen
- Rücklagen für zukünftige Sanierungen und größere Investitionen
Was darüber hinaus zur Verfügung steht, fließt zurück in unsere gemeinnützige Arbeit. Damit möchten wir vor allem zwei Dinge erreichen:
Bestehende Wohnangebote weiterentwickeln
Wir möchten die Qualität des Wohnens kontinuierlich verbessern und zusätzliche Angebote für die Bewohnerinnen und Bewohner schaffen.
Neue Wohnprojekte ermöglichen
Wir wollen weitere Orte schaffen, an denen Menschen mit Behinderung liebevoll, selbstbestimmt und mitten in unserer Gesellschaft leben können.
So wird aus jeder Miete ein Beitrag für nachhaltige und inklusive Wohnangebote.
